Bio

Stuttgart / Wien  – „Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust“. Philip Maria Stoeckenius verschreibt sich unter dem Künstlernamen „Kaltenkirchen“ dem Genre Anti-Schlager. Er besingt helle und dunkle Mächte, textlich inspiriert von einschlägiger deutscher Pop- und Gegenwartsliteratur oder surrealen Hesse-Charakteren. Seine Zeilen bilden eine Einheit mit schlager-esquen Melodien, die die Grenze zwischen Kitsch und Punk zu überwinden versuchen, um sich in ein neues kühles Pop-Gewand zu kleiden. Der Sound geht in die Richtung von Drangsal, Boy Harsher oder FLUT, inspiriert von Falco, Nena oder Rammstein.

Die deutsche Sprache möchte bei ihm – genauso wie bei seinen Vorbildern, die von Rammstein über Hildegard Knef, bis hin zu VertreterInnen der frühen Neuen Deutschen Welle reichen – eine neue moderne Emanzipation und die Überwindung der festgefahrenen Bedeutungshorizonte erreichen. Seine Erzählungen finden in seinen von Synthesizern geladenen Stücke eingebettet zur Ruhe und wirken manchmal musikalisch sogar Versöhnlich mit der Wut und Angst seiner Texte. 

Die Stadt Kaltenkirchen, in der sein Vater groß geworden ist und ein Teil seiner Verwandtschaft lebt, gab schließlich den Anstoß für das Projekt. Die Stadt als Topos, als Gedanke des Zusammenlebens, inspirierte ihn zu vielen seiner Texte und die Konzepte von „Kälte“ und „Kirche“ verbinden den Künstlernamen mit seiner Musik. Erkenntlich zeigen will er sich jedoch in keinster Weise. Denn es geht ihm um die Darstellung des Scheiterns einstiger Bestrebungen von politischen und gesellschaftlichen Zielen.

Sein Debütsong „Die Wolke“ erschien am 1. März 2019. In ihm wird die rasende Flucht der Gesellschaft aus fragwürdigen Werten hin zu fragwürdigen Normen verhandelt. Nicht nur im Textlichen, sondern insbesondere musikalisch im Entgleisen der populären Strukturen hin zum stressigen Chaos. 

Seine zweite Single „Wir Sind Das Volk“ erscheint am 5. April 2019. In ihr stolziert er durch die heimischen Gefilde und prangert die AnhängerInnen gefährlicher Angewohnheiten und bösartiger Propaganda an. „Sie besinnen sich auf ‚Gottes Frieden‘, doch gebetet haben sie nie“! Er erzählt die Geschichte dieser fehlgeleiteten Menschen in ihrer Blase, die nur darauf warten abgeholt zu werden. Doch davon wissen sie noch nicht einmal.

Seine dritte Single „Harry Haller“ eröffnet Kaltenkirchen als einen Verkleidungskünstler hinter den musikalischen Gewändern. Falsch liegt, wer sich dem ersten Affekt des Schlagers ergibt. Ein genauer Blick hinter den Text und in das Musikvideo verrät, worum es eigentlich geht.

Nächste Releases:
15.09.2019: „Harry Haller“ Session mit Mia Morgan und Drangsal
18.10.2019: Single – Liebe auf dem Klavier
27.12.2019: Album – Im Namen der Liebe